Countdown zur großen Show: Bootsmesse!
Was alles im Hintergrund abläuft, damit Sie ein tolles Messe-Erlebnis haben
Morgen, am 26.11.2025, geht sie endlich los: Die große Berliner Hallenmesse für Boote und Yachten. Die Boot & Fun lockt alljährlich tausende Besucher aus Berlin und dem Umland in die Messehallen am Funkturm, wo man die neuesten Boote für den Einsatz in unserem schönen Binnenrevier von Berlin-Brandenburg, aber auch Mecklenburg-Vorpommerns bis hin zur Ostsee anschauen kann. Wir sind natürlich mit unseren beiden Marken LINSSEN und DELPHIA auch dabei!
Doch wie schaffen es die Betreiber der Berliner Messe AG und die vielen Aussteller eigentlich, eine so leere Halle (siehe Foto oben) in eine so volle Halle (siehe Foto unten mit unseren fast fertigen Messeständen) umzuwandeln? Und das in so kurzer Zeit?! Denn wir Aussteller haben nur knapp eine Woche lang die Möglichkeit, aus der leeren Betonwüste eine für Sie als Besucher ansehnliche, spannende und informative Yachtausstellung zu verwandeln. Und: Wissen Sie eigentlich, welche spannenden Dinge im Hintergrund passieren, damit Sie ab morgen diese schicken Boote entdecken und sich auf den Ständen bewirten lassen können?
Wir möchten in diesem Blog-Beitrag den Aufbau für die diesjährige Boot & Fun Berlin einmal dokumentieren: Kommen Sie mit uns zu den planenden Köpfen, zu den vielen Technikern und Helfern bei EastWest und den vielen, vielen Partnern, die wie ein gut geöltes Uhrwerk zusammenarbeiten müssen, damit morgen pünktlich die Show starten kann. Ein spannender Einblick in die Welt der Yachtmessen …
Welche Yachten können und dürfen wir überhaupt ausstellen?
Ganz am Anfang einer Bootsmesse, und das oftmals schon viele Monate im voraus, müssen wir uns überlegen, welches Boot wir überhaupt ausstellen wollen. „Wollen“ ist dabei relativ, denn oftmals wird daraus ein „Können“: Gerade die Boot & Fun, aber auch die Boot Düsseldorf, sind schwierig, da sie mitten im Winter stattfinden. Die meisten Yachten sind jetzt im Winterlager eingemottet. Und da wir grundsätzlich natürlich immer ein Neuboot (und keine Gebrauchte) aus der aktuellen Angebotspalette der Werft zeigen möchten, muss das lange im voraus mit der Werft wie auch mit den Eignern abgesprochen werden. Ja, mit den Eignern: Viele, wenn nicht die meisten, der ausgestellten Yachten sind bereits verkauft.
Hier ein kleiner Tipp für Sie als potenzieller Bootskäufer: Wenn Sie bei der Preisverhandlung noch das eine oder andere Prozentchen „herausholen“ möchten, dann kann der Hinweis auf eine Messe-Verwendung Ihrer Yacht durchaus Türen öffnen: Wenn wir Ihr frisch angeliefertes Boot vor oder nach der Übergabe auf einer Messe präsentieren dürfen, ist uns Bootshändlern das durchaus etwas wert. Und wenn es „nur“ die Transportkosten von der Werft nach Deutschland sind, hier kann man mitunter spürbar Geld sparen. In unserem Fall zeigen wir Ihnen in Berlin ab Morgen eine wundervolle Traum-LINSSEN 35 AC und die nagelneue DELPHIA 11 Flylounge. Ein herzliches Danke hierbei nochmals an die beiden Eigner!
Eine Wahnsinns-Logistik
Zu den Hochzeiten sind auf der Berliner Messe mehr als 500 Boote ausgestellt worden! 2025 werden es sicher wieder einige hundert werden. Die müssen natürlich alle irgendwie in die Hallen kommen. Bei den Trailer-Booten ist das kein Problem, bei den „Dickschiffen“ wird das zur logistischen Herausforderung. Denn abgesehen davon, dass die Yachttransport-Firmen im Umland weit weniger als einhundert Gespanne zur Verfügung haben, muss das alles natürlich auch mit der Messe selbst koordiniert werden.
Denn wenn Sie sich den Messeplan einmal von oben vorstellen, dann hat jeder Aussteller eine mehr oder weniger großes Quadrat Ausstellungsfläche gemietet. Hier kann man jetzt nicht einfach das Boot anliefern, wann und wie man will, denn selbstverständlich dürfen einmal abgestellte Yachten den noch anzuliefernden nicht den Weg versperren. Es gibt also Zeitfenster-Vorgaben, an wir uns zu halten haben. Klingt stressig? Warten Sie mal ab …
Für den sicheren Stand: Vor und hinter den Kulissen
Wenn man sich vorstellt, dass bei einer Yachtmesse wie der Boot Düsseldorf (die übrigens vom 17. bis 25. Januar am Rhein stattfindet und auf der wir Sie ebenfalls herzlich begrüßen möchten) bei den großen Boots-Ausstellern bis zu 3.000 Menschen pro Tag (!) über die Yachten laufen, dann wird einem bewusst, dass die Infrastruktur ganz besonders ausgelegt sein muss, um einen solchen Andrang überhaupt bewältigen zu können. Auch wenn wir in Berlin weit weniger Traffic erwarten: Wenn eine fünfköpfige Familie durch das Boot schlendert, kommt schon einiges an Gewicht zusammen.
Also fängt das Thema Messe-Infrastruktur ganz buchstäblich bei der festen Basis an: Und zwar bei den Lagerböcken an. Es ist sehr wichtig, dass die Yacht hier sicher, fest und absolut wackelfrei steht. Manchmal können wir den Besucheransturm auf die Boote nicht bremsen, dann finden sich 15, sogar 20 Menschen an Bord wieder. Was im Wasser schon für bedenkliches Schwanken sorgen würde, kann an Land schnell unsicher werden.
Daher haben wir sämtliche Lagerböcke für die Messe (wie auch die für die aktuellen Winterlagergäste) nicht nur kontrollieren, sondern ganz neu auflackieren lassen. So konnten wir eventuelle Ermüdungserscheinungen im Material erkennen und schnell durch unsere versierten Metallbauer beheben lassen. Und mal ehrlich: So ein makellos lackierter Lagerbock ist doch schon mal ein ganz anderer erster Eindruck, als wenn dort ein komisch improvisierter Unterbau stehen würde, oder? Wir sind uns bewusst, dass viele unserer Standgäste selbst erfahrene Skipper und Yachteigner sind. Da achtet man auf jedes Detail und weiß genau einzuordnen, wo man Qualität und Seemannschaft erkennen kann. Und wo eben nicht.
Boots-Tetris für Kran-Freaks
Im nächsten Step müssen die Lagerböcke für die Ausstellungsyachten genau dort platziert werden, wo sie laut Standplan vorgesehen sind. Und das buchstäblich auf den Zentimeter genau. Da die Quadratmeterpreise für so eine Boots-Show sehr teuer sind, versuchen die Aussteller natürlich, die Stände einerseits so klein wie möglich zu halten, andererseits aber auch, so groß wie notwendig, um der Yacht, der Marke und dem Image gerecht zu werden.
Zudem sieht so ein Messestand-Plan neben dem Boot auch noch weitere Komponenten für den Stand vor: Da wäre der Anmelde-Tresen mit den Hostessen, ein Lounge-Bereich (vielleicht mit einer kleinen Bar), ein Sitz-Bereich, mehr oder weniger abgeschottet für Kaufpreis-Verhandlungen oder auch – sehr wichtig – eine abschließbare Kammer für die Sachen des Standpersonals. Nicht zu vergessen die Deko: Palmen, Autos und Leuchtelemente. Alle diese Dinge sind ganz genau abgemessen – und richten sich am Boot aus. Steht das nur wenige Zentimeter versetzt, könnte die Treppe nicht mehr passen oder ragt die Bar aus dem Stand.
Und das alles multipliziert mit einigen hundert Booten: Die Kranmeister und LKW-Fahrer sind die heimlichen Helden der Bootsmessen. Sie laden routiniert die wertvollen Yachten von den LKW ab und bugsieren diese souverän und zentimetergenau in die verrücktesten Ecken. Wenn also die Yacht steht, ist schonmal viel gewonnen. Die größten und wichtigsten Elemente des Messestands stehen. Doch nun beginnt der für uns stressigste Teil. Es sind noch drei Tage bis Messebeginn …
Messestand-Bau: Von der Design-Idee zum fertigen Objekt
All die kleinen und großen Einrichtungsteile, die zum Messestand gehören, werden auf Europaletten angeliefert. Bis auf ein Detail: Den Messeteppich. Der Teppich ist die einzige Bestellung, die man lieber durch die Messe selbst verlegen lässt. Das geht bei denen ruck-zuck und kostet vergleichsweise wenig Geld. Anders sieht es mit Mietmöbeln aus: Natürlich bieten große Messe-Veranstalter, wie Berlin und Düsseldorf, eigene Messebauer, die kompletten Standbau beherrschen inklusive die Ausstattung mit Mietmöbeln, Mietkühlschränken und Mietpalmen. Doch so bequem das auch ist, es geht schnell gehörig ins Geld …
Daher sind die meisten Aussteller, so auch wir, bestrebt, den Messestand so schick wie möglich selbst zu bauen. Mit „Bordmitteln“, wenn man so sagen kann. Dabei helfen Anbieter, die sich auf die Produktion von Messe-Möbeln und Stand-Ausstattungen spezialisiert haben. Damit Sie unseren Stand beispielsweise von überall in der Halle gut sehen können, haben wir bei einer ebensolchen Firma einen weithin sichtbaren, bedruckten Abhänger bestellt. Natürlich mit unseren Logos versehen. Schick beleuchtet weist er Ihnen später den Weg zu uns.
Aus normalen Alu-Straßen-Absperrgittern zaubern wir eine schicke Standumrandung, indem wir diese mit maßgefertigten und bedruckten Stoff-Überzieher versehen. Somit können wir den Zustrom auf den Stand durch einen offiziellen Eingang lenken, die Besucher vernünftig erfassen (dazu später nochmal mehr) und sicherstellen, dass es nicht zu voll wird. Unsere Überzieher sind mit allen Yachten unserer Marken und praktischen QR-Codes bedruckt. Wenn Sie zum Beispiel bei uns auf jedmanden warten, scannen Sie diese doch einfach ein und gelangen so zu den wichtigen Infos der entsprechenden Boote.
Element für Element, Meter um Meter wird der Stand immer komplexer und kompletter. Dabei ist auch die Reihenfolge des Aufbaus wichtig: Die empfindlichen Stand-Blumen sollten natürlich als letztes, die groben Möbelteile als erstes aufgebaut werden. Bei der Standplanung spielen auch Details wie Wasser- und vor allem der Stromanschluss eine Rolle: Denn schließlich wollen Sie später möglichst keine offenen Kabel lose herumliegen sehen und womöglich über diese stolpern. Beim Aufbauen und Einrichten des Stands, soviel sei verraten, füllen sich regelmäßig die Überstunden-Konten der Kollegen … es ist sehr anstrengend!
Natürlich alles nach DIN und TÜV-abgenommen!
Ganz besonderes Augenmerk verdienen immer Konstruktionen, die Sie als Besucher vom Hallenboden wegbringen: Das sind die Leitern und die Stege an den Yachten. Hierbei möchten wir Ihnen natürlich ein möglichst barrierefreies und angenehmes Aufentern und Zusteigen in die Boote ermöglichen. Niemand würde es akzeptieren, über eine Badeleiter oder eine Küchenleiter auf die Plattform am Heck zu klettern. Niemand, schon gar nicht der TÜV, der sich vor Messebeginn ganz genau jeden Stand vornimmt, auf Sicherheit überprüft und abnimmt.
Da wir relativ viele Messen besuchen und auch bei uns im EastWest Yacht-Zentrum in Zehdenick gern im Sommer eine Halle als Showroom umbauen, haben wir in ein modulares, sehr stabiles und hochwertiges Bühnensystem investiert. Dieses können wir an jede Form, Stand wie Boot, anpassen. Es ist hoch stabil und sicher. Mit dem TÜV bekommen wir so also keine Probleme. Allerdings ist der Aufbau dieses übergroßen Puzzles, sowohl was die Muskelkraft wie auch die Brain-Power angeht, eine Mammutaufgabe. Gut, dass unsere Kollegen mit frischem Kaffee und Wurstbroten aus der Berliner Messe-Kantine versorgt werden!
Zeitdruck: Der Messebeginn rückt näher …
Auch wenn unser Verkaufsleiter Mathias Kalmutzke auf dem Foto sympathisch lächelt: Die Aufbautage vor der Messe sind sehr lang und anstrengend! Alle arbeiten unter großem Zeitdruck. Und alle wissen, dass – egal wie gut alles geplant war – immer etwas schief geht. Manchmal fehlt genau der eine Maulschlüssel, manchmal ein Adapter. Dann ist Improvisation angesagt, oftmals auch die helfende Hand des einen oder anderen Kollegen aus der Branche. Das ist auch, was wir besonders an den Messen mögen: Denn auch wenn wir im Markt „Wettbewerber“ oder „Konkurrenten“ um die Bootskunden sind, man hilft sich, man unterstützt sich.
Denn mal eben nach Zehdenick fahren, kostet enorm Zeit. Klar, dass wir beim Standbau nicht nur unsere Techniker aus der Werft einsetzen, sondern auch die Yacht-Berater und Verkäufer mit anpacken. So wird diese Team-Anstrengung zu einem gemeinsamen Erfolgserlebnis. Man teilt die Bürden der schweren Arbeit – und sitzt beim Feierabend umso zufriedener beim wohlverdienten Bierchen zusammen. Auch das macht Messe: Sie fungiert als Team-Building in die Aussteller hinein, schweißt Teams zusammen, schafft Erfolgserlebnisse.
An dieser Stelle möchten wir uns deshalb ganz ausdrücklich und besonders beim EastWest-Aufbauteam für Berlin bedanken: Ihr habt da wieder etwas ganz Fabelhaftes auf die Beine gestellt, Danke!
Es kann losgehen: Herzlich willkommen beim EastWest Yacht-Zentrum!
Tja, nun kann sie also losgehen, die Messe, oder? Na, nicht so schnell! Denn nur, weil die Schutzfolie vom Teppich endlich abgezogen ist, alle Lampen leuchten und alles an seinem Platz steht, heißt es noch lange nicht, dass Sie kommen können. Denn als letztes müssen die Yachtreinigungs-Profis durch die Boote. Es heißt: Polieren! Hierbei nutzen wir gern die Services der auf Messe-Reinigung spezialisierten Firmen. Vielleicht haben Sie die Kollegen selbst schon einmal beobachten können: Das sind wahre Tausendsassa, wenn es um das streifenfreie Blitzblankmachen der Yachten geht!
Und das übrigens jeden Tag: Denn nachdem an einem Messetag hunderte Hände die Fensterscheiben, Spiegelschränke, Gashebel und Bodenbretter der Yachten berührt haben, wollen die Gäste des nächsten Tages natürlich ein ebenso makellos glitzerndes Boot vorfinden. Leider gibt es keine Statistiken, wie viele Liter Fenster-Reiniger pro Messe so auspoliert werden. Sicher so einige Fässer …
Ein Wort noch zur Adress-Erfassung an den Ständen: Viele Besucher von Bootsmessen empfinden das Anstehen und Registrieren bei den Standhostessen als etwas Negatives. Auch wir werden Sie um Ihre E-Mail und weitere Daten bitten. Warum? Nun, all der Aufwand, den wir hier beschrieben haben, dient natürlich am Ende nur einem Zweck: Alle Aussteller wollen und müssen Boote verkaufen. Damit wir Ihnen auch nach der Messe Infomaterial, Filme, Angebote und Einladungen zu Probefahrten senden können, sind Ihre Email-Adressen natürlich enorm wichtig.
Haben Sie daher Verständnis und etwas Geduld: Messe-Profis richten sich übrigens eine eigene web.de oder andere kostenlose Mail-Adresse ein, die sie nur für Bootsmessen nutzen. So bleibt Ihr privates oder gar berufliches Mailfach leer, Ihnen gehen aber auch keine wertvollen Infos oder Angebote verloren. Probieren Sie es aus!
Also, wir hoffen, dass Ihnen dieser Blick hinter die Kulissen des Messebaus gefallen hat: Besuchen Sie uns ab morgen, 26.11. bis zum Wochenende in Berlin auf der Boot & Fun oder auf einer der anderen Yachtmessen mit EastWest! Wir freuen uns sehr auf Sie!
P.S. – nun da Sie es wissen, schauen Sie sich bestimmt ganz genau die Lagerböcke der Aussteller an …